Partnerschulen
Der Kontakt mit den Partnerschulen in Großbritannien, Norddeutschland, Frankreich und Italien wird von Prof. Willibald Feinig gepflegtGlückliche Begegnung im Zeichen von Jan Amos Comenius - Das Internationale Theaterfestival 2008 des Schoren und seiner Partnerschulen
Nicht nur für die 50 Schauspieler aus dem Lycée Koeberlé in der Dornbirner Partnerstadt Sélestat, aus dem Gymnasium Schoren und seiner zweiten Partnerschule, dem Liceo Regina Margherita in Anagni (It), sondern auch für 450 Zuschauer im TIK war das Drama Festival Mitte März 2008 eine Erfahrung, wie sie dem prophetischen Denker und Pädagogen Jan Amos Comenius (1592 - 1670) immer vorschwebte.
6 Stücke von etwa halbstündiger Dauer in den Muttersprachen der beteiligten Lehrer und Schüler umkreisten das Leben, die Zeit und das Werk des gebürtigen Tschechen. Comenius ist u.a. der Autor des ersten und wohl bedeutendsten Sprach-Lehrbuchs "Orbis pictus" - das zugleich ein Weisheitsbuch ist - und der grimmigen Satire "Das Labyrinth der Welt".
Die Unterstufengruppe des BRG Schoren, die Gertrud Weiss begleitet, brachte am ersten Tag die oft und oft vergeblich scheinende und doch lebensnotwendige Suche nach Harmonie auf die Bühne - in überzeugenden Bildern und Choreographien. Anagni dramatisierte mit Witz und Begeisterung die Begegnung zwischen Comenius und Descartes (sowie Francis Bacon), den uralten Streit zwischen Erfahrung und Rationalismus. Die Schülerin Marta d'Emilio als Comenio war in ihrem Element.
Die Theatergruppe der Oberstufe des BRG/BORG Dornbirn-Schoren, geleitet von Markus Riedmann, setzte das Motto des Treffens in die Tat um ("Alles ist im Fließen") und näherte sich in einer Reihe verschiedenartiger Szenen dem vielleicht bedeutendsten Opfer des Dreißigjährigen Krieges. Besonders eindrucksvoll: Die Klage, die die Armen gegen den Absolutismus erheben.
Die französische Gruppe (Begleiter: Yann Albert) wandte sich Galilei, dem Zeit- und Leidensgenossen des Tschechen zu, dessen Namen die Schulentwicklungsprogramme der EU tragen. Um das Schicksal des Verkünders der Wahrheit darzustellen, verwendeten die Alsaciens einige zentrale Szenen aus Brechts "Galilei".
Die zweite Schoren-Unterstufengruppe unter Astrid Feierle widmete sich dem Schicksal von Außenseitern, die zu Helden werden. Auftakt und Abschluss bildete das Treiben auf dem "Marktplatz der Welt" , wie es der aus seiner Heimat verjagte Senior der 'Brüder'-Gemeidne und Humanist im ersten Roman in tschechischer Sprache , dem "Labyrinth der Welt", beschreibt - absurdestes und doch alltägliches Theater. Eine Gruppe der 6M-Klasse (Regie: Willibald Feinig) setzte den Text in einen Rap in motion um.
Neben Proben und Aufführungen gab es Workshops mit Theaterprofis (Elke Riedmann und Brigitte Walk, Besprechungen der Lehrer (meist in Englisch), Schulbesuch und gemeinsame Essen der Schüler. Ein richtiges Fest für Jung und Alt, das Comenius gefreut hätte: Nicht Bildungstheater, sondern Erlebnis.
Das nächste International Drama Festival der Comenius-Partnerschulen rund um das BRG/BORG Schoren wird 2009 in Anagni stattfinden und voraussichtlich wieder ein Thema haben: Migration. W.F
Hier einige erste Bilder vom International Drama Festival am BRG/BORG Schoren (Rainer Feurstein, Wolfgang Prantl):
Blick ins Publikum
Unterstufentheatergruppe 2 mit "Das verrückte Labyrinth über Außenseiter, die Helden werden
Oberstufentheatergruppe Schoren: Die Armen klagen den Absolutismus an
Unterstufentheatergruppe 1 brachte wahnsinnig schwierige Suche nach Harmonie auf die Bühne
Gruppe aus dem Lycée Koeberle: Galilei isoliert (niemand interessiert die Wahrheit)
6m-Klasse: "Das Labyrinth der Welt" als "rap in motion"
SIMULTANSEDO online
Schoren and her
Geschafft: Die Schulpartnerschaft Liceo Regina Margherita/Anagni (I), LEGT Koeberlé/Sélestat(F) und BRG/BORG Schoren, für die die Schülervertreter das Kürzel ANSEDO kreiert haben, verfügt über eine eigene Homepage!
THE WEBMASTER: YANN ALBERT
Webmaster von www.simultansedo.eu ist bis Oktober 2007 der Koordinator des Projekts „Learning to know each other – understand each other – live together“, Prof. Yann ALBERT , Histoire-Géo-Lehrer in Sélestat (links auf dem Bild, hinter ihm Prof. Cristina Affinati, Anagni, rechts einer der Koeberlé-Schüler, die mitgearbeitet haben).
Yann Albert hat das Hauptverdienst am Zustandekommen dieser sehr hilfreichen permanenten Verbindung zwischen den drei Partnern – zusätzlich zu den monatlichen Schülerbesuchen und zu den (teils noch im Planungsstadium befindlichen) Schautafeln.
HOW IT WORKS
Berichte, Ergebnisse von Projekten, Texte und Bilder, Vorschläge, Arbeitsanregungen, Unterrichtserträge, Anfragen wegen Kontakten, Bedarfsmeldungen etc. etc., die auf die gemeinsame homepage der drei Schulen sollen, sind bis zum Projekttreffen im Oktober direkt an ihn zu mailen (yann.albert@ac-strasbourg.fr). Danach wird es in allen Schulen eigene Verantwortliche geben.
Beim Projekttreffen parallel zum Drama Festival wurde vereinbart, dass von jedem Beitrag für www.simultansedo.eu , wenn er in der Nationalsprache verfasst ist, wenigstens Titel und Zwischentitel mindestens ins Englische übersetzen werden müssen.
Willibald Feinig
Drama Festival der Partnerschulen in Sélestat am 31. März 2007
SELESTAT. LYCEE KOEBERLE. Festival européen.
Un petit festival théâtral a réuni une trentaine d’acteurs et une soixantaine de spectateurs á la salle de permanence du Collège Béatus Rhénanus. Le lycée Koeberlé accueillait en effet les délégations de Dornbirn (Autriche) et d’Anagni (Italie) dans le cadre du programme européen Comenius.
C’est la troupe autrichienne qui a débuté par « Dame Kobold », une pièce de cape et d’épée de Calderon de la Barca, en langue allemande. « Les élèves ont réalisé les affiches, les costumes, les décors », précise Willibald Feinig, professeur á Dornbirn.
« Quinze acteurs en quête de personnages », tel était le titre de la pièce jouée par le groupe français. « Il s’agit de l’ « Impromptu de Versailles », revu et corrigé », explique Jean-Noël Geist, un des acteurs de la troupe d’Anne Spicher.
C’est avec des extraits de « Il berretto a Sonagli »de Luigi Pirandello que les actrices italiennes ont enchaîné. « Cette pièce décrit les mensonges du monde bourgeois », résume Cristina Affinati, leur professeur.
Pour terminer, les jeunes actrices autrichiennes ont joué « La femme aux ailes d’Icare »,une pièce qui raconte la vie courageuse et tragique de Emilie Kempin.
« C’est la première femme suisse qui a fait des études d’avocat, mais elle n’a jamais été acceptée et n’a jamais pu exercer », explique Marcus Riedmann, le professeur autrichien qui a adapté la pièce.
Les lycéens des trois pays ont donc confronté –de manière tout á fait amicale- leurs talents, leur passion et leurs langues.
« Le but de ce projet européen est de mieux se connaître, pour mieux se comprendre et mieux vivre ensemble », résume Yann Albert, professeur coordonnateur. Objectif pleinement atteint.
Jean-Jacques Simler
Drama Festival in Sélestat
Eine Komödie, bei der einem Hören und Sehen vergeht
Calderons „Dame Kobold“ in der Artmann/Feinig-Bearbeitung auf Tournee - Augenweide, Zeitreise, Verwirrung über Verwirrung
Sprachwitz, leichtfüßiges Spiel mit den Rollen von Mann und Frau, von Herr und Knecht: Nach der Premiere im ORF – Studio geht die 7B-Klasse des BRG Schoren auf Tournee. Gespielt wird eine große spanische Komödie, „Dame Kobold“ (La dama duende) von Calderon de la Barca unter der Regie des Deutschlehrers, Willibald Feinig (assistiert von Stefanie Moosbrugger). Aufführungsorte sind Egg, Sélestat (Elsass – im Rahmen der Comenius-Schulpartnerschaft), Altach, Dornbirn und Feldkirch. Wortgewaltig und pointenreich (die Wortspiele aus der Fassung H.C.Artmanns wurden soweit wie möglich übernommen), mit viel Degengeklirr und Tempo schnurrt das Spiel um die schwarze Witwe ab, die die Familie vor der Welt verstecken möchte. Als Don Manuel mit seinem nicht auf den Mund gefallenen Diener Cosme im Gastzimmer einquartiert wird, fängt es im Stadtpalais an zu spuken. Doña Angela und ihre Dienerin Ysabel spinnen eine Intrige um den ehrbaren Mann zu umgarnen - wobei ihnen die Fäden immer mehr entgleiten.
Die Guckkastenbühne wird aufgehoben, der Aberglaube feiert Auferstehung, Diener und Dienerin geben ihren Senf zu den großen Gefühlen und Sorgen der Herrschaft. Hüte, Roben und die minimale Ausstattung (von der Klasse mit Eltern und Lehrern erarbeitet) sind eine Augenweide. Grafische Arbeit haben vor allem Theresa Steiner und Rachel Korn geleistet. Zahlreiche Partner unterstützen das Projekt, das die Klasse in neunmonatiger Arbeit auf die Füsse gestellt hat, z.B. der Fechtclub Dornbirn, der ORF, die Druckerei Hugo Mayer, die Gemeinden Altach, Dornbirn, Egg und Sélestat und das tip (Feldkirch-Tisis).
Die Musik klingt spanisch (ist es aber nicht, natürlich). Viele señores werden von jungen Damen gespielt. Kurz: Alles andere als historisierendes Schülertheater – Spiel mit den Versatzstücken der versunkenen, feudalen Zeit mitten im knisternden Spannungsfeld Mann-Frau.
Es spielen u.a. Laura Heinzle, Theresa Pöschl, Elanur Gülec, Amadeus Witzemann, Veronika Pammer, Pascal Egartner, Lukas Lindemann.
Willi Feinig