eEducation: BORG Schoren als Expertschule

 

Digitale Medien verändern unsere Welt und unser Leben in einem Ausmaß, wie dies zuletzt wohl bei der Einführung des Buchdrucks der Fall war. Zeitgemäße Bildungs- und Arbeitsprozesse sind ohne die Nutzung digitaler Technologien kaum denkbar – digitale und informatische Kompetenzen sind für die Teilhabe an unserer Gesellschaft unerlässlich. Die Initiative „eEducation Austria“ des Bundesministeriums für Bildung verfolgt das Ziel, digitale und informatische Kompetenzen in alle Klassenzimmer Österreichs zu tragen – von der Volksschule bis zur Reife- und Diplomprüfung. Digitale Bildung für alle! 

 (www.eeducation.at, 12.06.2017)

 

Mit diesen Worten beschreibt das Bundeszentrum „eEducation Austria“ die im Herbst 2016 gestartete, österreichweite Initiative des Bundesministeriums für Bildung.

Aufmerksamen BeobachterInnen dürfte jedoch nicht entgangen sein, dass am BRG und BORG Schoren schon seit vielen Jahren großen Wert auf die digitalen Kompetenzen der SchülerInnen gelegt wird.

Aus diesem Grund durfte sich der Schoren von Anfang der Initiative an nicht nur als Member.Schule, sondern gleich schon als Expert.Schule bezeichnen, was uns ganz besonders freut.

Während es nämlich für den Status als Member.Schule lediglich die Bereitschaft der Schulleitung benötigt, einen Schulentwicklungsprozess in Bezug auf die Vermittlung digitaler und informatischer Kompetenzen zu beginnen und an einem Schulkonzept zu arbeiten, so bedarf es deutlich mehr Aufwand, um als Expert.Schule ausgezeichnet zu werden. Nur Schulen mit jahrelanger Erfahrung im Bereich des eLearning, welche dies auch belegen können, dürfen sich mit dieser Auszeichnung rühmen.

Dieses Wissen wurde im vergangenen Schuljahr von Frau Prof. Astrid Amann auch im Rahmen unzähliger eLearningseminare in ganz Österreich sowie schulinterner und schulübergreifender LehrerInnenfortbildungen weitergegeben.

Im Oktober 2016 durfte Frau Prof. Astrid Amann persönlich in Linz im feierlichen Rahmen die Auszeichnung als eExpertenschule für den Schoren entgegennehmen.

 

Doch was wird an der Schule eigentlich alles unternommen, um eine solche Auszeichnung zu rechtfertigen?

Den Meisten dürfte bekannt sein, dass es in der Oberstufe einen eigenen Zweig gibt, der sich schwerpunktmäßig mit Informationstechnologie und Medien (itm) befasst. SchülerInnen dieses Zweigs haben Informatik als Pflichtfach von der 5. bis zur 7. Klasse, verwenden den Laptop im Unterricht in praktisch allen Fächern und sind natürlich auch sonst in Bezug auf Informationstechnologie bestens informiert und geschult. So wurde in der itm6 Klasse in diesem Schuljahr beispielsweise erstmalig das SMC+ (Social Media Certificate) absolviert, eine intensive Schulung zum sicheren und vernünftigen Umgang mit neuen Medien, Cyberkriminalität und Copyright. Auch wurden von der itm6 eigene Apps für Smartphone mit dem Android Betriebssystem programmiert, welche auf der Schulhomepage zum Download bereitstehen.

 

Doch auch SchülerInnen, welche bei uns in der Unterstufe sind oder in der Oberstufe keine itm-Klasse besuchen, können von unzähligen Angeboten im Bereich des eLearning profitieren. Sei es der Europäische Computerführerschein (ECDL), der im Rahmen des Informatikunterrichts in den 5. Klassen gemacht wird, das verpflichtende Fach IBVS (Informationstechnische Bildung in vernetzten Systemen), in welchem die ersten Klassen die Grundlagen der Computernutzung erlernen, oder das verpflichtende Fach Maschinschreiben für die zweiten Klassen. Darüber hinaus wird auch die Lernplattform „Ilias“ in praktisch allen Jahrgangsstufen und Klassen verwendet, um Lernmaterialien und Übungsmöglichkeiten zur Verfügung zu stellen, Hausübungen abzugeben, an Wikis zu arbeiten oder Quizzes zu absolvieren.

 

Stellvertretend für ganz viele Aktivitäten sollen hier nun einige weitere Beispiele vorgestellt werden:

 

Wahlpflichtgegenstand: Wetterstation mit dem Raspberry Pie

Nach eingehender Beschäftigung mit den Hardware-Paketen lernten die SchülerInnen nicht nur, wie man eine Wetterstation baut, sondern auch, wie man einen Anwendungs-Code dafür schreibt, welcher sämtliche Wetterdaten wie etwa Windstärke, Windrichtung, Temperatur, Luftdruck und Luftfeuchtigkeit protokolliert. Die so gewonnenen Daten werden fortlaufend in einer Oracle Datenbank in der Cloud gesammelt und können von dort über SQL-Elemente, die die SchülerInnen gemeinsam mit der Oracle Academy entwickeln wieder abgerufen werden. Parallel dazu erstellten die SchülerInnen  auch eine Website, auf der sie die lokalen Wetterbedingungen veröffentlichten. 

 

Wahlpflichtgegenstand: Robotik

Ein weiteres WPG mit technischem Schwerpunkt an unserer Schule beschäftigt sich mit der Robotik. SchülerInnen lernen dabei nicht nur allgemein über den Aufbau von Computern und Microcontrollern, sondern auch die Grundsätze des Programmierens in der Programmiersprache C. Ein Highlight stellt dabei die Kooperation mit der FH Vorarlberg dar: Im sogenannten aLab der FH müssen die SchülerInnen einen Roboterarm so programmieren, dass sie Wasserflaschen und Becher damit ohne zu verschütten entleeren können. Den Höhepunkt des WPGs stellt der Zusammenbau und die Inbetriebnahme eines selbstfahrenden Miniautos basierend auf dem Arduino nano dar.

 

Freifach Unterstufe: Lego Mindstorms

Auch SchülerInnen der Unterstufe haben bereits die Gelegenheit, in die Welt der Informatik zu schnuppern. LEGO Mindstorms ermöglicht es allen, ohne erforderliche Vorkenntnisse, erste eigenständige Programmierungen mit Lego-Robotern auf eine altersgerechte und spielerische Art durchzuführen und deren Resultate direkt zu beurteilen. Dies soll einen positiven Einblick in die Umfänge der Informatik, insbesondere der Programmierarbeit, ermöglichen.Das Arbeiten in Teams baut überdies Fähigkeiten zur Problemlösung aus und stärkt reflektierendes Denken.

 

Freifach Unterstufe: Programmieren mit Greenfoot

In diesem Schuljahr wurde an unserer Schule auch erstmals das Freifach „Java mit Greenfoot“ angeboten. Die SchülerInnen der 2. bis 4. Klassen lernten dabei das Programmier-Tool Greenfoot kennen. Mit Greenfoot können in reiner Java Syntax relativ schnell einfache Spiele und Animationen erstellt werden. Der Workshop wurde von insgesamt 20 SchülerInnen besucht und alle waren mit großer Begeisterung bei der Sache. Mit Hilfe der adaptierten Schulungsunterlagen der Oracle Academy machten die Jugendlichen erste Programmiererfahrungen in einem insgesamt zwölfstündigen Workshop über vier Wochen. Nach dem Workshop wollten noch fünf Jugendliche das Extra-Schulzertifikat „Programming with Greenfoot“ der Oracle Academy erwerben und programmierten und präsentierten ihr eigenes kleines Spiel. 

 

Eine detaillierte Auflistung aller unserer Aktivitäten mit elearning Bezug findet man auf der Seite www.eeducation.at.

Matthias Mair

 

BRG/BORG Dornbirn Schoren ist offizielles Mitglied der Oracle Academy

Einen bedeutenden Schritt setzt das BRG/BORG Dornbirn Schoren durch eine Kooperation im E-Learning-Bereich Informatik mit dem bekannten Software-Unternehmen Oracle als Partner der weltweiten Oracle Academy.

Direktor Mag. Reinhard Sepp zeigt sich hoch erfreut über die erreichte Partnerschaft und meint: „Das ist ein weiterer Schritt in Richtung Professionalisierung im IT-Bereich. Damit zeigen wir, dass wir am Puls der Zeit sind und die Herausforderungen, die an Schulbildung im Informationszeitalter gestellt werden, meistern können.“

Künftig kann bzw. darf  das Gymnasium Schoren im Informatikbereich relevante und top-aktuelle E-Learning Kurse von Oracle anbieten. Zudem können approbierte Lehrpersonen offiziell Schulungen und Schulzertifizierungen namens der Oracle Academy durchführen. Für alle interessierten Schüler/innen sind der Zugang, die Lernunterlagen und sogar die Zertifizierung selbst kostenfrei!

Besonders praxisorientiert sind die Lernangebote im Bereich Datenbanken bzw. in der höheren Programmiersprache Java. Im Java-Bereich werden die Zertifizierungen „Java Fundamentals“ bzw. „“Java Foundations“ präferenziert, die parallel zum Unterricht im Blended Learning angeboten werden. Die E-Learning-Kurse selbst sind englischsprachig und forcieren somit auch technische Fremdsprachenkompetenzen.

DI (FH) Mario Wüschner MA MSc